Pfefferkuchen – Finnische Weihnachtsplätzchen

Pfefferkuchen

Was wäre die Adventszeit ohne Plätzchen? Auch in Finnland hat das vorweihnachtliche Backen Tradition. Hier kommen vor allem Pfefferkuchen (auf finnisch: piparkakku) auf den Weihnachtsteller. Diese würzigen Plätzchen schmecken ein bisschen nach Lebkuchen, werden aber ähnlich zubereitet wie unser buntes Mürbeteiggebäck. Natürlich kann man auch kunstvolle Häuser aus dem Teig backen, auch das ist in Finnland sehr beliebt, aber für den Anfang reichten mir ein paar schöne Plätzchen, von denen man in der Vorweihnachtszeit naschen kann:

Pfefferkuchen

I. Zuerst lasst ihr 125 g Zuckerrübensirup in einem kleinen Topf kurz aufkochen, dadurch wird die zähe Masse ganz flüssig. Darin schmelzt ihr jetzt 150 g Butter und rührt je einen Teelöffel Ingwer, Nelken, Zimt und Kardamom unter. Tipp: Wenn ihr nicht alle Gewürze einzeln kaufen wollt, in Deutschland gibt es auch fertige Gewürzmischungen für Lebkuchen, da sind ungefähr die gleichen Zutaten enthalten.

II. Jetzt zwei Eier mit 150 g braunem Rohrzucker schaumig schlagen, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Anschließend noch etwas Orangenschale in die Masse einrühren, insofern ihr nicht die Gewürzmischung verwendet habt.

III. Nun mischt ihr 250 g Weizenvollkornmehl und 250 g normales Weizenmehl, trennt es in zwei Portionen und rührt unter die eine Hälfte einen halben Teelöffel Natron. Das Mehl mit dem Natron gebt ihr jetzt in die abgekühlte Sirupmasse. Das restliche Mehl und der Eischaum wird dann abwechselnd dazugegeben und verknetet bis ihr einen großen Teigklumpen habt. Diesen wickelt ihr nun in Frischhaltefolie und legt ihn für ein paar Stunden in den Kühlschrank, am besten über Nacht.

IV. Jetzt beginnt der eigentliche Backspaß 🙂 Den kalten Teig müsst ihr jetzt noch einmal gut kneten. Bei mir war der Teig am Anfang sehr bröselig, aber durch das Kneten wird die enthaltene Butter weich und er wird geschmeidiger, sodass ihr ihn gut mit ein bisschen Mehl ausrollen könnt. Jetzt einfach nach Herzenslust verschieden Förmchen ausstechen. Mir gefallen besonders die klassischen Formen wie Lebkuchenmann oder Schweinchen, letzteres gehört vor allem in Schweden einfach dazu. Die Plätzchen werden dann bei 180 Grad Umluft ca. 10 Minuten lang gebacken. Tipp: Vor dem Backen durch den oberen Teil des Plätzchen mit einem Schaschlikspieß ein Loch stechen. Dadurch könnt ihr nach dem Backen einen Faden ziehen und die Pfefferkuchen beispielsweise als essbare Deko an den Weihnachtsbaum hängen 🙂

Pfefferkuchen

V. Wenn die Pfefferkuchen abgekühlt sind geht es ans Verzieren. Da sind eurer Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Ich mag es gerne klassisch mit weißem Zuckerguss. Vor allem auf diesen dunklen Plätzchen ist der Kontrast so schön. Für den Zuckerguss nehmt ihr viel Puderzucker, ein wenig Wasser und einen Spritzer Zitronensaftkonzentrat. Daraus rührt ihr eine zähe dickflüssige Masse an. Sie darf nicht zu flüssig sein, da sie sonst auf den Plätzchen verläuft. Damit könnt ihr dann den kleinen Männchen Augen, Knöpfe und ein paar Handschuhe verpassen. Tipp: Wenn ihr ein Eiweiß unter den Zuckerguss schlagt, wird er noch weißer. Allerdings bin ich bei der Verarbeitung von rohem Ei etwas vorsichtig und die Haltbarkeit der Plätzchen nimmt auch ab.

Beim Backen selbst kommt schon Weihnungsstimmung auf, aber das Beste ist, dass es noch Tage später in der Wohnung herrlich nach Pfefferkuchen duftet. So, jetzt viel Spaß beim Backen und guten Appetit! 🙂

Fotos © Nina Müller-Plückthun

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