Geschichte Helsinkis – Von der Unabhänigkeit bis in die Gegenwart

Hauptstadt

Bald ist es endlich soweit, 2017 feiert Finnland seine 100-jährige Unabhängigkeit, Grund genug einmal zu schauen, was in dieser Zeit in der Hauptstadt Helsinki so alles passiert ist. Zumindest ein paar Ereignisse sollte man als Helsinki-Fan im Kopf haben 🙂

I. Finnischer Bürgerkrieg
Bereits kurz nach dem Erlangen der Unabhängigkeit brach am 27. Januar 1918 in Finnland ein Bürgerkrieg aus. Auslöser war ein Aufstand von revolutionären Kräften im Arbeiterviertel Hakaniemi. Die Rotgardisten, eine örtliche Ordnungsorganisation aus Mitgliedern der Arbeiterbewegung, eroberten Helsinki und sorgten dafür, dass die Regierung und der Senat nach Vaasa flüchten mussten. Am 13. April 1918 konnten die bürgerlichen “Weißen”, unter General Mannerheim und mit Unterstützung deutsche Truppen, die Hauptstadt aber zurückgewinnen.

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© Tim Bird/ Visit Finland

II. Der Winterkrieg
Finnland führte während des 2. Weltkrieges eine Art Teilkrieg mit der Sowjetunion, die Finnland trotz eines Nichtangriffspaktes am 30.11.1939 überfiel. Dieser sogenannte Winterkrieg dauerte bis zum 13. März 1940. Finnland konnte am Ende zwar seine Unabhängigkeit bewahren, musste aber große Teile Kareliens abtreten.

III. Der 2. Weltkrieg
Finnland spielte im 2. Weltkrieg keine allzu tragende Rolle, schaffte es aber als einziger Verbündeter Deutschlands sowohl seine Unabhängigkeit als auch seine demokratische Verfassung zu behalten. Trotz mehrerer Bombenangriffe blieb die große Zerstörung in Helsinki aus. Den Rest des Landes erwische es da wesentlich schlimmer. Helsinki war zudem eine der wenigen Hauptstädte Europas, die nicht erobert wurden.

IV. Wachstum in der Nachkriegszeit
Die finnische Hauptstadt erfuhr in der Nachkriegszeit einen rasanten Aufschwung. 1946 wurden 14 Stadtteile der Landgemeinde (Großteile Vantaas) und 4 selbstständige Gemeinden mit Helsinki zusammengelegt. Im Jahr 1965 lebten hier bereits eine halbe Millionen Menschen.

V. Olympische Spiele
1952 war Helsinki Austragungsort der 12. Olympischen Sommerspiele. Mit diesem Großereignis war die Nachkriegszeit in Helsinki beendet und die Stadt schaute in eine positive Zukunft. Das Olympiastadion wurde übrigens bereits 1938 fertiggestellt, da man eigentlich die Spiele 1940 austragen wollte. Aufgrund des 2. Weltkriegs wurden sie jedoch abgesagt.

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© Jussi Hellsten/ Visit Helsinki

VI. Helsinki und Europa
In den 70er Jahren wurde Helsinki Schauplatz für eine der wichtigsten Zusammenschlüsse Europas: Auf Initiative des finnischen Präsidenten Urho Kekkonen fand 1975 in der Finlandia-Halle die erste Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) statt. Der Konferenz, der mehrere Vortreffen vorausgingen, wohnten letztendlich 35 Staatsoberhäupter bei. Ihr habt von der KSZE noch nie gehört? 1994 wurde sie in OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) umbenannt 🙂

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© Nina Müller-Plückthun

VII. Eröffnung der Metro
Im August 1982 wird die U-Bahn in Helsinki eröffnet, sie ist die nördlichste Metro der Welt!

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© Suvi Ahola

VIII. Kulturhauptstadt
Helsinki feierte im Jahr 2000 nicht nur 450. Geburtstag, sondern wurde auch eine von 9 Kulturhauptstädten Europas. Eine besondere Ehre, die natürlich mit vielen kulturellen Veranstaltungen gefeiert wurde.

IX. Helsinki & Design
Im Jahr 2012 wurde Helsinki zur Weltdesignhauptstadt gewählt und erreichte damit internationales Ansehen. Und das zu Recht: Finnische Designer und Architekten wie Alvar Aalto, Eero und Eliel Saarinen sowie Marken wie Marimekko, Iittala, Arabia und Artek sind in der ganzen Welt bekannt und haben bis heute nicht an Aktualität und Beliebtheit verloren.

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© Nina Müller-Plückthun

X. 2017- Suomi100
100 Jahre Unabhängigkeit! Das soll natürlich auch in der Hauptstadt mit vielen Festen und Events gefeiert werden. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf das, was euch erwartet 🙂

Titelbild: © Jussi Hellsten/ Visit Helsinki

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