Ein Besuch in der Uspenski-Kathedrale

Uspenski-Kathedrale

Die Uspenski-Kathedrale ist das Gotteshaus der finnisch-orthodoxen Diözese Helsinki. Der Name ist russisch und bedeutet so viel wie “Mariä-Entschlafens-Kathedrale”. Sie wurde auf einem Felsen der Halbinsel Katajanokka errichtet und ist ebenso wie die weiße Domkirche schon von weitem sichtbar. Besonders an schönen Tagen funkeln die goldenen Spitzen der 13 Kuppeln im Licht der Sonne und begrüßen die Besucher, die mit den Fähren im Hafen ankommen.

Geschichte
Natürlich hat es mit der Geschichte Finnlands zu tun, dass in einem größtenteils evangelisch-lutherisch geprägten Land die größte orthodoxe Kirche Westeuropas steht. Noch heute gehören ca. 1 % der Befölkerung der finnisch-orthodoxen Kirche an. Der russische Sieg über die Schweden hatte 1809 die Okkupation Finnlands durch das Russische Zarenreich zur Folge. Bis zum Jahr 1917 gehörte das Land somit zu Russland. Aus diesem Grund gilt die Kathedrale vor allem als eine Machtdemonstration des Russischen Reiches. Auch ihre zentrale und erhöhte Lage ist demnach kein Zufall. Bereits im Jahr der Okkupation wurde mit dem Bau der Uspenski-Kathedrale begonnen. Dieser zog sich jedoch fast 60 Jahre hin, erst 1868 konnte die Kirche geweiht werden. Mittlerweile verschwindet die Kirche etwas hinter den umliegenden Hafengebäuden, aber ein Abstecher lohnt sich, denn nicht umsonst ist sie mit fast einer halben Millionen Besuchern jährlich eine der Top-Sehenswürdigkeiten Helsinkis.

Architektur
Architektonisch hebt sich die Uspenski-Kathedrale stark von dem restlichen, im klassizistischen Stil geprägten Stadtzentrum ab. Dennoch ist die im russisch-byzantinische Stil errichtet Kirche, die von dem Architekten Alexei Gornostajew entworfen wurde, mit ihren roten Backsteinen, den grünen Kupferkuppeln und den goldenen Spitzen ein richtiger Blickfang. Die 13 Zwiebeltürme stehen übrigens für Jesus und die 12 Apostel.
Im direkten Vergleich mit dem Dom und seinem großen Senatsplatz und der breiten Treppe wirkt die Uspenski-Kathedrale zunächst ein bisschen versteckt und unscheinbar, aber wenn man um die Kirche herumläuft merkt man schnell, welche beachtliche Größe sie hat. Und vor allem von vorne betrachtet ist sie eine Imposante Erscheinung, die einen in die russische Zarenzeit zurückversetzt.
Betritt man die Kathedrale hingegen, kann von unscheinbar keine Rede mehr sein. Wie alle russisch-orthodoxen Kirchen ist auch diese im Inneren sehr prunkvoll. Es gibt viele Ikonen und mit Gold verzierte Sakramente und Bilder. Typisch sind auch die großen Schalen mit feinem Sand in die man lange, dünne Kerzen steckt. Dadurch, dass der Innenraum nicht bestuhlt ist, wirkt er sehr groß, aber das ist in orthodoxen Kirchen wohl so üblich. Es lohnt sich auch mal einen Blick gen Himmel zu werfen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn in der großen Kuppel ist von innen ein blauer Himmel mit goldenen Sternen aufgemalt. Wirklich schön.

Weihnachtskonzerte
In der Adventszeit finden hier schöne Konzerte der beiden Chöre Kilven Kuoro und Lumen Valo Choir statt. Gesungen werden traditionelle und moderne finnische Weihnachtslieder, welche durch die tolle Akustik der Kirche wirklich unter die Haut gehen.

Titelbild: © Nina Müller-Plückthun

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